Hallo
heute mal ein Link zu einer kurzen sehr positiven TV-Sendung über ein 2jähriges gestilltes Kind. :-)
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Was mich wieder mal sehr stört ist der Satz "über die durchschnittlichen 6 Monate hinaus". Das suggeriert, dass man nach den empfohlenen 6 Monaten voll Stillen abstillen kann/sollte. Aber nicht mehr voll stillen heiß nicht abstillen. Das scheint vielen einfach nicht bewußt zu sein. Und wie dumm muß man denn sein, dem Kind nach 6 Monaten gut gelaufener Stillzeit doch noch die "Plastemilch" zu verabreichen.....?
Naja, Gute Nacht!
Angela
Willkommen
Herzlich willkommen auf meinem Blog,
hier findet Ihr Informationen, Meinungen und Erfahrungen rund um das Stillen, speziell dem Tandem- und Langzeitstillen.
Viel Spaß beim Stöbern!
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Donnerstag, 15. März 2012
Mittwoch, 14. März 2012
Omas sind sehr wichtig
Hallo,
zum Thema familiäre Zwänge möchte ich noch eine Beobachtung widergeben, die ich kürzlich auf einer Messe, auf der ich als Stillberaterin ausstellte, erlebt habe. Eine junge Frau, die auch stillte, zeigte Interesse und ich redete kurz mit ihr. Bald schaltete sich die Mutter ein: "Das muß doch mal ein Ende haben.". Sie schüttelte unwillig den Kopf. Das Kind war noch kein Jahr alt.
Natürlich kommt die Mutter/Oma aus einer ganz anderen Tradition, hat ganz andere Erfahrungen gemacht, aber ich fand es sehr schade, dass sie ihre Tochter offenbar nicht unterstützte und sogar eher bedrängte, endlich mit dem Stillen aufzuhören.
Dabei ist die Qualität der Unterstützung, die die Mutter durch ihr familiäres Umfeld bekommt, wahrscheinlich der entscheidende Faktor bei der Entscheidung, ob und wie lange gestillt wird.
Aber dazu später mehr.
Alles Liebe von
Angela
zum Thema familiäre Zwänge möchte ich noch eine Beobachtung widergeben, die ich kürzlich auf einer Messe, auf der ich als Stillberaterin ausstellte, erlebt habe. Eine junge Frau, die auch stillte, zeigte Interesse und ich redete kurz mit ihr. Bald schaltete sich die Mutter ein: "Das muß doch mal ein Ende haben.". Sie schüttelte unwillig den Kopf. Das Kind war noch kein Jahr alt.
Natürlich kommt die Mutter/Oma aus einer ganz anderen Tradition, hat ganz andere Erfahrungen gemacht, aber ich fand es sehr schade, dass sie ihre Tochter offenbar nicht unterstützte und sogar eher bedrängte, endlich mit dem Stillen aufzuhören.
Dabei ist die Qualität der Unterstützung, die die Mutter durch ihr familiäres Umfeld bekommt, wahrscheinlich der entscheidende Faktor bei der Entscheidung, ob und wie lange gestillt wird.
Aber dazu später mehr.
Alles Liebe von
Angela
Gedanken über Stillen vs. Flasche
Hallo,
gestern habe ich im Warteraum eines Arztes eine Frau mit einem Neugeborenen beobachtet. Erst nur aus Interesse, dann begann ich mir aber so meine Gedanken zu machen.
Das Kind lag im Wagen, war wach und man merkte richtig, dass es neugierig auf die Welt war. Statt es aber herauszunehmen, schuscherte die Mutter das Baby im Wagen (also federte diesen leicht) und beugte sich zum Spielen darüber. Ich möchte das gar nicht wirklich kritisieren, glaube sogar, dass wir bei unseren ersten Kindern genauso gehandelt haben, aber eigentlich ist es doch so widersinnig. Das muß ich einfach, nachdem ich mein letztes Kind so ausgiebig getragen habe, sagen. Geriet die Mutter aus dem Blickfeld, wurde das Kleine sofort unruhig. Ich empfand die Situation einfach als extrem unrichtig.
Schlimmer wurde es, als ich dann sah, dass sie das Fläschchen herausholte. Ich ganz persönlich denke, dass 99 % aller Frauen stillen können. Die Chance, das ausgerechnet diese Frau nicht kann, war also sehr klein. Aber ausschließen möchte ich es natürlich nicht. Nur, diese Situation, wie sie die Milch prüfte, dann ihr Kind aufnahm, wie sie es hielt, ihm die Flasche in den Mund steckte, man die Schmatzgeräusche hörte (wahrscheinlich kam da auch viel Luft mit) - das war alles so irreal. Zwischendurch sah sie prüfend die Flasche an, vielleicht um zu sehen, ob das Kind genügen getrunken hatte. Offenbar nicht, denn es bekam die Flasche wieder in den Mund gesteckt. Die ganze Selbstbestimmtheit des Babys beim Stillen - bleibe ich angedockt oder laß ich los/wie lange bleibe ich an der Quelle - fehlte hier völlig. Es kam mir alles irgendwie "behindert" vor. Nicht falsch verstehen. Ich wähle ganz bewußt das Wort "behindert", weil es beschreibt, dass jemand etwas nicht tun kann, wie man es gemeinhin tut, sondern derjenige eine Hilfe (z. B. einen Gehstock u. Ä.) braucht. So kam es mir auch hier vor. Es sah aus, als wenn die Flasche eine Art Gehstock wäre, ein notwendiges Übel, weil es nicht anders geht. Wenn es nun so wäre, dass dieser "Gehstock" genutzt wird, weil es nicht anders geht, wäre ja alles in Ordnung. Aber, was ich nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass Frauen freiwillig diesen Ersatz- oder Hilfsmittelweg gehen und das Naheliegende, millionenfach Erprobte und Perfekte meiden und ihrem Kind und sich selbst vorenthalten.
Ich wurde sehr traurig für Baby und Mutter. Sie tut bestimmt mit aller Liebe das, was sie für richtig hält. Leider ist das, was in unserer Gesellschaft für richtig gehalten wird, bei weitem nicht immer das Richtige. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Zeit kommen wird, in der Frauen nicht von Vorurteilen, gesellschaftlichen oder auch familiären Zwängen, kommerziellen Interessen und Anderem dazu getrieben werden, ihre Kinder nicht zu stillen. Ich befürchte allerdings, dass dies ein Kampf gegen Windmühlen ist.
Die junge Frau legte ihr Kind sofort nach der Mahlzeit wieder in den Wagen. Kein Kuscheln, kein Bäucherchen, was ja vielleicht wegen der vielen Luft angebracht gewesen wäre. Nun ja, sie hatte es eilig, aber mir tat das Ganze für beide sehr leid. Natürlich war dies nur eine Momentaufnahme, aber mein eben Geschriebenes soll ja auch nur die Wiedergabe meiner Gedanken in dieser Situation sein, keine allgemeine Wertung oder Ähnliches.
Liebe Grüße
Angela
gestern habe ich im Warteraum eines Arztes eine Frau mit einem Neugeborenen beobachtet. Erst nur aus Interesse, dann begann ich mir aber so meine Gedanken zu machen.
Das Kind lag im Wagen, war wach und man merkte richtig, dass es neugierig auf die Welt war. Statt es aber herauszunehmen, schuscherte die Mutter das Baby im Wagen (also federte diesen leicht) und beugte sich zum Spielen darüber. Ich möchte das gar nicht wirklich kritisieren, glaube sogar, dass wir bei unseren ersten Kindern genauso gehandelt haben, aber eigentlich ist es doch so widersinnig. Das muß ich einfach, nachdem ich mein letztes Kind so ausgiebig getragen habe, sagen. Geriet die Mutter aus dem Blickfeld, wurde das Kleine sofort unruhig. Ich empfand die Situation einfach als extrem unrichtig.
Schlimmer wurde es, als ich dann sah, dass sie das Fläschchen herausholte. Ich ganz persönlich denke, dass 99 % aller Frauen stillen können. Die Chance, das ausgerechnet diese Frau nicht kann, war also sehr klein. Aber ausschließen möchte ich es natürlich nicht. Nur, diese Situation, wie sie die Milch prüfte, dann ihr Kind aufnahm, wie sie es hielt, ihm die Flasche in den Mund steckte, man die Schmatzgeräusche hörte (wahrscheinlich kam da auch viel Luft mit) - das war alles so irreal. Zwischendurch sah sie prüfend die Flasche an, vielleicht um zu sehen, ob das Kind genügen getrunken hatte. Offenbar nicht, denn es bekam die Flasche wieder in den Mund gesteckt. Die ganze Selbstbestimmtheit des Babys beim Stillen - bleibe ich angedockt oder laß ich los/wie lange bleibe ich an der Quelle - fehlte hier völlig. Es kam mir alles irgendwie "behindert" vor. Nicht falsch verstehen. Ich wähle ganz bewußt das Wort "behindert", weil es beschreibt, dass jemand etwas nicht tun kann, wie man es gemeinhin tut, sondern derjenige eine Hilfe (z. B. einen Gehstock u. Ä.) braucht. So kam es mir auch hier vor. Es sah aus, als wenn die Flasche eine Art Gehstock wäre, ein notwendiges Übel, weil es nicht anders geht. Wenn es nun so wäre, dass dieser "Gehstock" genutzt wird, weil es nicht anders geht, wäre ja alles in Ordnung. Aber, was ich nicht verstehen kann, ist die Tatsache, dass Frauen freiwillig diesen Ersatz- oder Hilfsmittelweg gehen und das Naheliegende, millionenfach Erprobte und Perfekte meiden und ihrem Kind und sich selbst vorenthalten.
Ich wurde sehr traurig für Baby und Mutter. Sie tut bestimmt mit aller Liebe das, was sie für richtig hält. Leider ist das, was in unserer Gesellschaft für richtig gehalten wird, bei weitem nicht immer das Richtige. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Zeit kommen wird, in der Frauen nicht von Vorurteilen, gesellschaftlichen oder auch familiären Zwängen, kommerziellen Interessen und Anderem dazu getrieben werden, ihre Kinder nicht zu stillen. Ich befürchte allerdings, dass dies ein Kampf gegen Windmühlen ist.
Die junge Frau legte ihr Kind sofort nach der Mahlzeit wieder in den Wagen. Kein Kuscheln, kein Bäucherchen, was ja vielleicht wegen der vielen Luft angebracht gewesen wäre. Nun ja, sie hatte es eilig, aber mir tat das Ganze für beide sehr leid. Natürlich war dies nur eine Momentaufnahme, aber mein eben Geschriebenes soll ja auch nur die Wiedergabe meiner Gedanken in dieser Situation sein, keine allgemeine Wertung oder Ähnliches.
Liebe Grüße
Angela
Sonntag, 11. März 2012
Stillen will gelernt sein
Hallo,
hier ein Info-Text, den ich kürzlich für eine Broschüre verfasst habe:
Wenn heute ein Baby auf die Welt kommt, haben sich die Eltern gut vorbereitet. Kleidung, Möbel, Windeln und mehr stehen bereit. Oft ist aber der Umgang mit dem eigenen Nachwuchs für die Eltern die erste engere Begegnung mit einem Neugeborenen überhaupt, so dass sie kaum über eigene Erfahrungen verfügen. Dies trifft insbesondere auf das Thema Stillen zu.
Viele Frauen wollen stillen, haben aber keine wirkliche
Vorstellung davon. Treten dann Schwierigkeiten auf, resignieren die meisten und
stillen viel zu früh ab. Dabei gibt es bei fast allen Stillproblemen Abhilfe.
Wichtig ist, dass die Eltern ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass Probleme am
Anfang der Stillzeit (seltener auch später) durchaus auftreten können.
Stillen will gelernt sein – heute mehr denn je!
Auch unsere nächsten Verwandten – die Menschenaffen - haben
Probleme damit, wenn Sie keine Vorbilder hatten (z. B. in Zoos). Sie legen ihr
Junges beispielsweise verkehrt herum an oder lehnen es ganz ab – ein deutliches
Zeichen dafür, dass die Besinnung allein auf Intuition und Instinkte nicht
genügt.
Stillen ist immens wichtig für eine gute Bindung von Mutter
und Baby. Studien haben z. B. gezeigt, dass eine Vernachlässigung des Babys nach
Beginn einer guten Stillbeziehung praktisch nicht mehr auftritt. Das Stillen
sollte aus diesem und vielen anderen Gründen durch unsere ganze Gesellschaft noch
viel intensiver gefördert werden. Muttermilch ist nun einmal unsere natürliche
Säuglingsernährung und auch wenn die Werbung anderes suggeriert – nichts
ersetzt diese auch nur annähernd gleichwertig.
Für werdende Eltern ist es wichtig, sich ebenso bewusst mit
dem Stillen zu beschäftigen wie mit der Geburt. Denn es kursieren die wildesten
Ammenmärchen zum Thema. Die Erfahrungen der älteren Generation sind anders und
deren vermeintlich sicheres Wissen zum großen Teil überholt.
Erfreulicherweise findet heute bei den Hebammen in
Deutschland das Thema Stillen eine deutlich stärkere Betonung als noch vor
einigen Jahren. Viele sind gleichzeitig auch ausgebildete Stillberaterinnen und
bieten Stillgruppen an. In einem guten Geburtsvorbereitungskurs sollte das
Stillen einen angemessenen Platz finden.
Zudem gibt es auch viele engagierte und erfahrene Mütter,
die die Ausbildung zur Stillberaterin (AFS, LaLecheLiga) absolviert haben und
ihr Wissen anderen Frauen gratis zur Verfügung stellen.
Also: Informieren Sie sich – und tun sie das Beste für Ihr Baby - stillen Sie!
Angela
Langzeitstillen: wo ist das Problem? - toller Aufsatz zum Thema
Hallo,
hier mal ein Link zu einem schönen Aufsatz von Herrn Renz-Polster zum Thema Langzeitstillen:
http://www.stillen.ch/UserUploads/File/DE/Offentlich/F%C3%BCr%20die%20Mutter/langzeitstillen_lang.pdf
Viel Freude beim Lesen von
Angela
hier mal ein Link zu einem schönen Aufsatz von Herrn Renz-Polster zum Thema Langzeitstillen:
http://www.stillen.ch/UserUploads/File/DE/Offentlich/F%C3%BCr%20die%20Mutter/langzeitstillen_lang.pdf
Viel Freude beim Lesen von
Angela
Freitag, 9. März 2012
Ein paar Buchtipps
Hallochen,
ich habe zu Beginn meiner ersten Schwangerschaft recht viel über die Geburt und das Leben mit dem Bäby gelesen. Vieles davon setzte mich eher mehr unter Druck als dass es mich gut vorbereitete. So viele Dinge, die man tun sollte, so viele Dinge, auf die man unbedingt achten müsse, wie das Baby wann zu sein hat usw. usf. Sehr schnell las ich nichts mehr davon.
Ein Buch hat mich jedoch schon vor einiger Zeit stark beeinflußt, dieses hier:
Ganz kurz: Jean Liedloff beschreibt Ihre Beobachungen im Dschungel Venezuelas - vor allem den liebevollen und natürlichen Umgang mit den Kindern. Daraus zieht sie Rückschlüsse darauf, wie wir Eltern der zivilisierten Welt uns verändern sollten.
Das Buch ist recht radikal - an manchen Stellen ist das angebracht und rüttelt auf. Manches ist heute auch überholt und sie ist sehr idealistisch. Außerdem fand ich es etwas schwer zu lesen. Aber als Denkanstoß ist es immernoch sehr zu empfehlen. Wir haben viel daraus entnommen, v. a. aber die Stärke, Dinge anders zu sehen und gegen die leistungsorientierte Welt von heute auch dabei zu bleiben.
Das nächste Buch habe ich erst vor kurzem entdeckt und bin total begeistert:
Es ist das erste Buch in diese Zusammenhang, das ich nicht mit immer schlechter werdendem Gewissen las (auch wenn ich nicht alles so verwirkliche, wie es dort steht), sondern das mir ganz tief aus meiner Seele sprach.
Renz-Polster erklärt aus unserer Evolution heraus die Bedürfnisse und Verhaltensweisen unerer Kinder und warum diese oft nicht mit unserem modernen Leben vereinbar sind. Ganz undogmatisch gibt er daraus folgernd auch hin und wieder Tipps, die für uns Eltern auch lebbar sind. Ein Ratgeber ist es aber nicht. Hier ist nie die Rede davon, wie Kinder sein sollten oder Eltern erziehen müssen. Sehr erfrischend, unterhaltsam geschrieben (mußte ab und zu sogar lachen). Eltern, die des öfteren das Gefühl haben, dass etwas in unserer Gesellschaft in punkto Nachwuchs ganz gehörig falsch läuft, werden sich beruhigt zurücklehnen, weil ihnen endlich jemand zustimmt und auch gleich Erklärungen liefert. Mir ging es jedenfalls so. Es ist aber kein vornehmlich kritisches, sondern ein positives und optimistisches Buch, das für einen neuen (alten) Umgang mit unseren Kindern wirbt.
Und hier sei noch Renz-Polsters Buch über Kindheit und Jugend erwähnt, das ich besitze, aber noch nicht gelesen habe:
Viel Spaß beim Lesen!
Angela
ich habe zu Beginn meiner ersten Schwangerschaft recht viel über die Geburt und das Leben mit dem Bäby gelesen. Vieles davon setzte mich eher mehr unter Druck als dass es mich gut vorbereitete. So viele Dinge, die man tun sollte, so viele Dinge, auf die man unbedingt achten müsse, wie das Baby wann zu sein hat usw. usf. Sehr schnell las ich nichts mehr davon.
Ein Buch hat mich jedoch schon vor einiger Zeit stark beeinflußt, dieses hier:
Ganz kurz: Jean Liedloff beschreibt Ihre Beobachungen im Dschungel Venezuelas - vor allem den liebevollen und natürlichen Umgang mit den Kindern. Daraus zieht sie Rückschlüsse darauf, wie wir Eltern der zivilisierten Welt uns verändern sollten.
Das Buch ist recht radikal - an manchen Stellen ist das angebracht und rüttelt auf. Manches ist heute auch überholt und sie ist sehr idealistisch. Außerdem fand ich es etwas schwer zu lesen. Aber als Denkanstoß ist es immernoch sehr zu empfehlen. Wir haben viel daraus entnommen, v. a. aber die Stärke, Dinge anders zu sehen und gegen die leistungsorientierte Welt von heute auch dabei zu bleiben.
Das nächste Buch habe ich erst vor kurzem entdeckt und bin total begeistert:
Es ist das erste Buch in diese Zusammenhang, das ich nicht mit immer schlechter werdendem Gewissen las (auch wenn ich nicht alles so verwirkliche, wie es dort steht), sondern das mir ganz tief aus meiner Seele sprach.
Renz-Polster erklärt aus unserer Evolution heraus die Bedürfnisse und Verhaltensweisen unerer Kinder und warum diese oft nicht mit unserem modernen Leben vereinbar sind. Ganz undogmatisch gibt er daraus folgernd auch hin und wieder Tipps, die für uns Eltern auch lebbar sind. Ein Ratgeber ist es aber nicht. Hier ist nie die Rede davon, wie Kinder sein sollten oder Eltern erziehen müssen. Sehr erfrischend, unterhaltsam geschrieben (mußte ab und zu sogar lachen). Eltern, die des öfteren das Gefühl haben, dass etwas in unserer Gesellschaft in punkto Nachwuchs ganz gehörig falsch läuft, werden sich beruhigt zurücklehnen, weil ihnen endlich jemand zustimmt und auch gleich Erklärungen liefert. Mir ging es jedenfalls so. Es ist aber kein vornehmlich kritisches, sondern ein positives und optimistisches Buch, das für einen neuen (alten) Umgang mit unseren Kindern wirbt.
Und hier sei noch Renz-Polsters Buch über Kindheit und Jugend erwähnt, das ich besitze, aber noch nicht gelesen habe:
Viel Spaß beim Lesen!
Angela
Sonntag, 26. Februar 2012
Gedanken zum Thema
Hallo,
heute mal ein paar Gedanken zum Thema Langzeitstillen.
Kennt Ihr den Film "Kindsköpfe" mit Adam Sandler? Dort gibt es einen Jungen, der mit 4 Jahren noch gestillt wird. Es ist schade, dass dieses Thema in dem Film, der auch sonst keine Augen- oder Ohrenfreude ist, verwendet wird, um dummen Klamauk zu treiben und Langzeitstillen als etwas abartiges und (noch schlimmer) durch die Mutter aus egoistischen Gründen gefördertes Verhalten darzustellen. Dies spiegelt wahrscheinlich auch die Meinung der meisten Menschen wider.
Dabei ist in vielen Untersuchungen erwiesen worden, dass eine Stilldauer von um die drei Jahre für uns Menschen wahrscheinlich normal ist. Daher fängt für mich ein tatsächliches Langzeitstillen auch erst mit ca. 3 Jahren und mehr an. Die Frauen, die weniger stillen, tun es schlichtweg nicht lang genug. So wird ein provokanter Schuh draus.
Ich glaube, dem Ganzen liegt ein falsches Verständnis vom Stillen zugrunde. Der Nutzen für Mutter und Kind - gesundheitlicher, emotionaler und/oder ernährungstechnischer Art - nimmt mit der Zeit natürlich ab und kein Kind wird mit 3 Jahren noch voll gestillt. Wenn man aber sagt, dass man ein 3jähriges noch stillt, wird immer gleich angenommen, dass das Kind noch nicht isst oder Ähnliches. Dabei handelt es sich nur um gelegentliche intime Momente zwischen Mutter und Kind (meist nur noch morgens und abends), bei denen evtl. wirklich Durst oder Hunger gestillt aber auch nur gekuschelt oder getröstet wird.
Viel eigenartiger mutet es doch da an, dass Babys nach einigen Wochen oder Monaten, was definitiv viel zu früh ist, die Brust enzogen wird, um durch minderwertige Industriemilch ersetzt zu werden. Hier schaut aber niemand verwundert. Viele Mütter glauben wahrscheinlich, dass 6 Monate voll stillen bedeutet, dass man danach abstillen kann. Aber das ist natürlich dumm. Die Gabe von Ersatznahrung ist überhaupt nicht notwendig, denn das Baby wächst von der Brust an den Familientisch.
Man füttert irgendwann zu (hierzu mal extra mehr); wenn dies schon sehr viel ist, gibt man auch Wasser dazu und früher oder später (und in Einzelfällen eben auch sehr viel später) wird das Stillen von allein einschlafen. Hierbei sind die Kinder sehr flexibel und akzeptieren auch ein "Nein", wenn die Mutter gerade nicht möchte oder kann. Daher ist auch ein Abstillen wegen Arbeitsaufnahme o. Ä. überhaupt nicht notwendig. Meine Stillkinder haben die Brust nicht vermißt, wenn ich nicht da war, ich mußte sie aber zuerst stillen, wenn ich wiederkam. Das haben wir dann alle genossen.
Auch mein Sohn (5 Jahre) möchte noch ab und zu an die Brust. Ich habe manchmal das Gefühl, dass er sich nur rückversichern möchte, dass er noch darf. Er dockt dann kurz an, merkt, dass er die Technik offenbar verlernt hat, nuckelt ein wenig, läßt los und sagt, er sei satt. :-) Auf jeden Fall ist er zufrieden. Und mich hat es doch nichts weiter gekostet, als eine Minute still zu sitzen. Allerdings, wenn es mich sehr stören würde, würde ich es nicht zulassen und natürlich ist das mit 5 Jahren kein Weltuntergang mehr, auch wenn er kurz ärgerlich wäre.
So, jetzt habe ich durch einige Störungen den Faden verloren und mache ein anderes Mal weiter.
Bis dann!
Angela
heute mal ein paar Gedanken zum Thema Langzeitstillen.
Kennt Ihr den Film "Kindsköpfe" mit Adam Sandler? Dort gibt es einen Jungen, der mit 4 Jahren noch gestillt wird. Es ist schade, dass dieses Thema in dem Film, der auch sonst keine Augen- oder Ohrenfreude ist, verwendet wird, um dummen Klamauk zu treiben und Langzeitstillen als etwas abartiges und (noch schlimmer) durch die Mutter aus egoistischen Gründen gefördertes Verhalten darzustellen. Dies spiegelt wahrscheinlich auch die Meinung der meisten Menschen wider.
Dabei ist in vielen Untersuchungen erwiesen worden, dass eine Stilldauer von um die drei Jahre für uns Menschen wahrscheinlich normal ist. Daher fängt für mich ein tatsächliches Langzeitstillen auch erst mit ca. 3 Jahren und mehr an. Die Frauen, die weniger stillen, tun es schlichtweg nicht lang genug. So wird ein provokanter Schuh draus.
Ich glaube, dem Ganzen liegt ein falsches Verständnis vom Stillen zugrunde. Der Nutzen für Mutter und Kind - gesundheitlicher, emotionaler und/oder ernährungstechnischer Art - nimmt mit der Zeit natürlich ab und kein Kind wird mit 3 Jahren noch voll gestillt. Wenn man aber sagt, dass man ein 3jähriges noch stillt, wird immer gleich angenommen, dass das Kind noch nicht isst oder Ähnliches. Dabei handelt es sich nur um gelegentliche intime Momente zwischen Mutter und Kind (meist nur noch morgens und abends), bei denen evtl. wirklich Durst oder Hunger gestillt aber auch nur gekuschelt oder getröstet wird.
Viel eigenartiger mutet es doch da an, dass Babys nach einigen Wochen oder Monaten, was definitiv viel zu früh ist, die Brust enzogen wird, um durch minderwertige Industriemilch ersetzt zu werden. Hier schaut aber niemand verwundert. Viele Mütter glauben wahrscheinlich, dass 6 Monate voll stillen bedeutet, dass man danach abstillen kann. Aber das ist natürlich dumm. Die Gabe von Ersatznahrung ist überhaupt nicht notwendig, denn das Baby wächst von der Brust an den Familientisch.
Man füttert irgendwann zu (hierzu mal extra mehr); wenn dies schon sehr viel ist, gibt man auch Wasser dazu und früher oder später (und in Einzelfällen eben auch sehr viel später) wird das Stillen von allein einschlafen. Hierbei sind die Kinder sehr flexibel und akzeptieren auch ein "Nein", wenn die Mutter gerade nicht möchte oder kann. Daher ist auch ein Abstillen wegen Arbeitsaufnahme o. Ä. überhaupt nicht notwendig. Meine Stillkinder haben die Brust nicht vermißt, wenn ich nicht da war, ich mußte sie aber zuerst stillen, wenn ich wiederkam. Das haben wir dann alle genossen.
Auch mein Sohn (5 Jahre) möchte noch ab und zu an die Brust. Ich habe manchmal das Gefühl, dass er sich nur rückversichern möchte, dass er noch darf. Er dockt dann kurz an, merkt, dass er die Technik offenbar verlernt hat, nuckelt ein wenig, läßt los und sagt, er sei satt. :-) Auf jeden Fall ist er zufrieden. Und mich hat es doch nichts weiter gekostet, als eine Minute still zu sitzen. Allerdings, wenn es mich sehr stören würde, würde ich es nicht zulassen und natürlich ist das mit 5 Jahren kein Weltuntergang mehr, auch wenn er kurz ärgerlich wäre.
So, jetzt habe ich durch einige Störungen den Faden verloren und mache ein anderes Mal weiter.
Bis dann!
Angela
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